Mayen. Was vor drei Jahren mit einer offiziellen Vereinbarung beim Mayener Stein- und Burgfest begann, ist längst zu einer besonderen Verbindung zwischen Mayen und der ukrainischen Stadt Tschyhyryn geworden. Aus ersten Gesprächen und persönlichen Kontakten entwickelte sich eine Solidaritätspartnerschaft, die seit ihrem offiziellen Beschluss durch den Mayener Stadtrat im Jahr 2023 vor allem eines zeigt: Auch über große Entfernungen hinweg und trotz schwieriger Begleitumstände durch den andauernden Krieg können Nähe, Freundschaft und gegenseitige Unterstützung wachsen.
In den vergangenen drei Jahren wurde diese Verbindung auf ganz unterschiedliche Weise mit Leben gefüllt. Mayen konnte Tschyhyryn mit konkreter Hilfe unterstützen – von drei Generatoren über einen Minibus mit Rollstuhlrampe und eine Sportanlage bis hin zu einem Multifunktionsradler sowie Ultraschallgeräten und Medikamenten. Möglich wurde dies durch verschiedene Förderprojekte und private Spenden.
Doch die Partnerschaft erschöpft sich nicht in materieller Unterstützung. Auch Wissen und Erfahrungen werden miteinander geteilt. So konnte auf Initiative aus Mayen eine Person aus Tschyhyryn an einer Fortbildung zum Solarteur teilnehmen. Darüber hinaus wurden Online-Schulungen zur psychologischen Ersthilfe vermittelt – ein wichtiger Beitrag, der zeigt, wie vielfältig die Verbindung inzwischen geworden ist.
Besonders wertvoll sind dabei die persönlichen Begegnungen. Delegationen aus Tschyhyryn waren im September 2023 und im Oktober 2025 in Mayen zu Gast. Bei gemeinsamen Terminen, Gesprächen und Begegnungen entwickelten sich aus der zunächst formellen Partnerschaft auch persönliche Freundschaften. Seit 2025 ist diese Verbundenheit auch im Mayener Stadtbild sichtbar: Die ukrainische Fahne am Oktogon erinnert an die Partnerschaft und an die Menschen, die sie tragen.
Auch in Mayen ist die Verbindung gewachsen. Aus einem zunächst losen Kreis engagierter Menschen ist 2026 der Deutsch-Ukrainische Freundschaftskreis hervorgegangen. Damit hat die Partnerschaft ein noch stärkeres Fundament in der Mayener Stadtgesellschaft erhalten.
„Wenn ich auf die vergangenen drei Jahre zurückblicke, denke ich vor allem an die Menschen, die wir kennenlernen durften. Aus einer ersten Begegnung ist eine Freundschaft entstanden, die gerade in schwierigen Zeiten von besonderer Bedeutung ist“, sagt Oberbürgermeister Dirk Meid.
Drei Jahre sind noch eine vergleichsweise kurze Zeit. Dennoch ist in dieser Zeit eine Verbindung entstanden, die weit über eine Partnerschaft auf dem Papier hinausgeht. Mayen möchte diesen Weg gemeinsam mit Tschyhyryn weitergehen, die bestehenden Kontakte pflegen und neue Begegnungen ermöglichen.
„Wir stehen an der Seite unserer Freunde in Tschyhyryn und hoffen gemeinsam auf eine Zukunft in Frieden und Freiheit – und auf viele weitere Begegnungen zwischen unseren beiden Städten“, so der Stadtchef.
