Gedenktafel für Udo Weingart feierlich enthüllt

Mayen. Anlässlich des 86. Geburtstages des Mayener Kunstbildhauers Udo Weingart (1940–1975) wurde am Mittwoch, 28. Januar 2026, auf dem LAPIDEA-Gelände eine Bronze-Gedenktafel an seinem ehemaligen Atelier feierlich enthüllt. Die Gedenkveranstaltung fand im Beisein der Familie Weingart, zahlreicher Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Kultur und Öffentlichkeit statt.

Bereits am 28. Dezember 2025 hatte sich der 50. Todestag des Künstlers gejährt. Mit der Enthüllung der Gedenktafel würdigen die gemeinnützige Stiftung LAPIDEA für Kunst und Kultur und die Familie Weingart nun gemeinsam Leben, Werk und Vermächtnis eines Künstlers, der die Bildhauerei in Mayen nachhaltig geprägt und weit über die Stadtgrenzen hinaus Wirkung entfaltet hat.

Ein Künstler, der Ort und Idee schuf

Udo Weingart wurde 1940 in Mayen als Sohn einer Bildhauerfamilie geboren. Früh mit Stein und Handwerk vertraut, entwickelte er dennoch eine eigene, offene künstlerische Sprache. Seine Arbeiten finden sich bis heute im öffentlichen Raum und laden zur Auseinandersetzung mit Erinnerung, Verantwortung sowie dem Verhältnis von Menschen, Natur und Gesellschaft ein.

Eine seiner bedeutendsten Leistungen war die frühe Erkenntnis des künstlerischen Potenzials des Mayener Grubenfeldes. Ende der 1960er Jahre organisierte Weingart hier erstmals ein Bildhauertreffen und gab ihm einen Namen, der bis heute Bestand hat: LAPIDEA. Damit legte er den Grundstein für ein Symposium, das sich über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg zu einem international anerkannten Treffpunkt für Bildhauerinnen und Bildhauer entwickelt hat.

In seinem Grußwort würdigte Rolf Schumacher, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LAPIDEA, den Künstler als Visionär und Inspirator: „Schon in den 1960er Jahren ermutigte Udo Weingart seine ehemaligen Mitschüler der Steinmetzfachschule Mayen, hier auf dem Grubenfeld frei, schöpferisch und ohne Auftragsbindung zu arbeiten. Er wollte Kunst aus der Enge der Werkstatt in die Weite der Landschaft führen. Udo Weingart ist der Vater von LAPIDEA.“ Anwesend waren neben Rolf Schumacher auch die beiden LAPIDEA-Vorstandsmitglieder Johannes Netz und Udo Lohner sowie Mitglieder des Stiftungsrats.

Ein Atelier als historisches Zeugnis

Das ehemalige, von Udo Weingart selbst errichtete Atelier auf der Mayener Lay ist bis heute Teil des Grubenfeldes und wird aktuell von der Stadt genutzt. Mit der nun angebrachten Bronzetafel wird dieser Ort als historisches Zeugnis eines selbstbestimmten künstlerischen Arbeitsplatzes sichtbar gewürdigt. Die Tafel erinnert daran, dass Weingarts Wirken über seinen frühen Tod hinaus Bestand hat.

Auch Oberbürgermeister Dir Meid richtete ein Grußwort an die Anwesenden und betonte die kulturelle Bedeutung Weingarts für die Stadt und die Region. Im Anschluss an die Enthüllung fand eine kleine Gedenkveranstaltung in den Erlebniswelten statt. Der anschließende Austausch bot Raum für persönliche Erinnerungen und Gespräche.

Die Stiftung LAPIDEA führt das Vermächtnis Weingarts aktiv fort: Neben der regelmäßigen Durchführung internationaler Symposien wurde zuletzt die Beschilderung der rund 90 Skulpturen auf dem Gelände modernisiert. Für das Frühjahr 2026 ist zudem die Veröffentlichung eines neuen Bandes der LAPIDEA-Reihe angekündigt. Das nächste Mayener Bildhauersymposium ist für das Jahr 2027 geplant.

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