Im Folgenden sind die gängigsten Klimaschutzmaßnahmen im Gebäudebereich beschrieben, Fördermöglichkeiten und Fördersätze werden genannt und Weblinks zu den entsprechenden Förderstellen angegeben. Generell gilt, dass zuerst ein Förderantrag gestellt werden muss und dann erst das entsprechende Fachunternehmen beauftragt werden darf.
Gebäudedämmung nach KFW-Effizienzhausstandard
Wenn Sie eine ältere unsanierte Immobilie besitzen oder erworben haben, dann ist diese üblicherweise unter heutigen Gesichtspunkten unzureichend gedämmt. Die Folgen sind hohe Energiekosten und damit einhergehend auch hohe laufende Kosten sowie je nachdem ein unbehagliches Raumklima. Wenn Sie diesen Zustand von Grund auf ändern möchten, dann können Sie Ihre Immobilie nach „KFW Effizienzhausstandard“ sanieren. In dem Fall können Sie über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW Bank) einen zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss erhalten. Die Höhe des Zuschusses richtet sich dabei nach dem erreichten Effizienzhausstandard.
Wichtig! Eine Förderantragstellung für ein KFW Effizienzhaus ist nur unter Einbeziehung eines Experten für Energieeffizienz, der in der Expertenliste des Bundes bei der Deutschen Energie-Agentur (DENA) geführt wird möglich.
Je nach geplanten Effizienzhausstandard unterscheiden sich die maximale Kredithöhe und auch der prozentuale Tilgungszuschuss. Genauere Informationen finden Sie auf der Homepage der KFW Bank.
Gebäudedämmung Einzelmaßnahmen
Wenn eine Vollsanierung nach KFW-Standard nicht in Frage kommt, dann können kleinere günstige Maßnahmen wie zum Beispiel das Dämmen der Kellerdecke oder der obersten Geschossdecke eine günstige Alternative sein. Auch mit diesen vergleichsweise günstigen Einzelmaßnahmen sind in der Regel schon nennenswerte Energie- und Kosteneinsparungen möglich. Oft bietet es sich auch an, das Dach nachträglich zu dämmen oder die alten Fenster auszutauschen. Durch gesunkene Wärmeverluste kann dann zukünftig möglicherweise eine kleinere und dadurch günstigere Heizungsanlage installiert werden. Für diese und weitere sogenannte „Einzelmaßnahmen“ kann ein Förderantrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. Die Grundförderung beträgt 15% der Kosten bis maximal 30.000€ je Einzelmaßnahme. Durch die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplanes durch einen zertifizierten Energie Effizienz Experten erhöht sich der Fördersatz für die Einzelmaßnahmen auf 20% und der Höchstsatz der förderfähigen Kosten auf 60.000€. Wichtig! Für eine Förderantragstellung muss auch hier in jedem Fall ein Energie-Effizienz-Experte hinzugezogen werden.
Fernwärmeanschluss
Neben der Gebäudedämmung haben Sie in Mayen je nach Lage die Möglichkeit einfach und klimafreundlich mit Fernwärme zu heizen. Der sehr gute Primärenergiefaktor von 0,16 sorgt dafür, dass Ihr Gebäude leichter die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erfüllt. Dies ist vor allem im Neubau von Vorteil. Dadurch dass für die Fernwärmenutzung lediglich ein kleiner Wärmetauscher im eigenen Gebäude benötigt wird, ist das Heizen mit Fernwärme sehr bequem und günstig im Unterhalt. Es wird kein extra Raum für eine Heizungsanlage benötigt, es fallen kaum Wartungskosten an und ein Kamin oder regelmäßige Schornsteinfegerbesuche entfallen ebenfalls. Auch mit Blick auf die weiter steigende CO2-Steuer wird die Fernwärme gegenüber Öl- und Gasheizungen immer günstiger. Des Weiteren können Sie am Sonderkreditprogramm „Fernwärme“ der Kreissparkasse Mayen teilnehmen oder einen zinsgünstigen staatlichen Kredit der KFW Bank erhalten. Auf der Karte der Fernwärmeversorgung Mayen GmbH (FWM) ist nachvollziehbar, ob eine Fernwärmeleitung am Gebäudestandort vorhanden ist. Wenn Ihr Objekt nicht direkt an der Trasse liegt, lohnt sich dennoch eine Anfrage bei der Fernwärme Mayen unter: 02651 9667-85, ggf. kann dennoch ein Anschluss hergestellt werden.

Doch auch ohne Fernwärmeanschluss gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten wirtschaftlich und umweltfreundlich zu heizen. Im Folgenden werden bewehrte Maßnahmen genannt und beschrieben.
Wärmepumpe
Die elektrisch betriebene Luft-Wasser Wärmepumpe ist mittlerweile der Klassiker der Gebäudebeheizung. Während sie im Neubau schon seit langer Zeit erfolgreich eingesetzt wird, wird nun auch in Bestandsgebäuden nach einem Heizungstausch immer häufiger eine elektrische Wärmepumpe (meistens Luft-Wasser Wärmepumpe) eingesetzt und das oft ohne umfassende energetische Sanierung.
Dies liegt einerseits daran, dass Wärmepumpen in den letzten Jahren erheblich effizienter geworden sind und andererseits daran, dass durch attraktive Fördermittel die Kosten für den Einbau aktuell häufig ähnlich hoch sind wie die Kosten für den Einbau einer neuen Öl- oder Gasheizung.
Durch die Fortschritte der Wärmepumpentechnik können neue Modelle Vorlauf Temperaturen von 60°C und mehr erreichen und sind somit auch in Gebäuden mit Heizkörpern bestens geeignet.
Selbst bei 60°C Vorlauftemperatur werden teilweise immer noch Wirkungsgrade von 1 zu 4 erreicht. D.h. mit einer kWh Strom produziert eine Wärmepumpe 4 kWh Wärme. Bei Wärmestrompreisen ab 20 Cent pro kWh in Mayen, kostet die kWh Wärme so nur ca. 5 Cent. Erdgas kostet im Moment ab 8 Cent pro kWh. Bei einem Verbrauch von 20.000 kWh im Jahr fallen für eine Gasheizung so mindestens 1.600€ an Brennstoffkosten an, für eine Wärmepumpe mindestens 1.000€ pro Jahr. Das Rechenbeispiel zeigt, dass bereits heute mit Wärmepumpen in der Regel erheblich günstiger geheizt werden kann, als mit Öl oder Gasheizungen. Durch steigende CO2 Preise wird der Betrieb von Öl und Gasheizung gegenüber dem Betrieb von Wärmepumpen zukünftig immer unwirtschaftlicher.
Aktuell wird der Einbau einer strombetriebenen Wärmepumpe über die KFW entweder mit mindestens 50% bezuschusst (KFW Programm 458) oder Sie können auf einen zinsgünstigen Kredit inklusive Tilgungszuschuss setzen (KFW Programm 358).
Pelletheizung
Eine Alternative zum Einbau einer Wärmepumpe ist die Pelletheizung. Die Pelletheizung bietet sich vor allem dann an, wenn das Gebäude vorher eine Ölheizung besessen hat. Der Raum in dem sich die Öltanks befunden haben, kann häufig mit wenig Aufwand für die Lagerung von Pellets genutzt werden. In der Regel sind die Anschaffungskosten für eine Pelletheizung etwas höher als für eine Wärmepumpe, die Fördersätze und Fördermöglichkeiten sind hingegen identisch zur Wärmepumpe. Die Betriebskosten hängen vor allem von den Pelletpreisen ab, die stark schwanken können. Aktuell kostet die Tonne Pellets ab 360€. Aus einer Tonne Pellets lassen sich ca. 4.800 kWh Wärme gewinnen, so dass die Kosten pro kWh bei ca. 7,5 Cent pro kWh liegen. Die Betriebskosten liegen somit etwas höher als dies bei einer Wärmepumpe der Fall ist, aber niedriger als für Öl oder Gasheizungen. Da auf Hollzpellets aktuell keine CO2 Steuer erhoben wird und dies zurzeit auch nicht geplant ist, ist der Pelletpreis von künftigen Preiserhöhungen durch steigende CO2 Abgaben ausgenommen.
Gründach
Haben Sie schon mal über eine Dachbegrünung nachgedacht? Ein Gründach bietet zahlreiche Vorteile. So trägt ein Gründach im Sommer durch Verdunstungskälte zu einer angenehmen Raumtemperatur bei. Im Winter wirkt ein Gründach isolierend und hilft die Heizkosten weiter zu reduzieren. Den Wasserrückhalt eines Gründaches belohnt das Abwasserwerk Mayen, indem für die begrünte Dachfläche um 50 bis 70 Prozent reduzierte Niederschlagsbeiträge anfallen. Die genauen Bedingungen können dem §23 der „Satzung über die Erhebung von Entgelten für die öffentliche Abwasserbeseitigung der Stadt Mayen“ entnommen werden. Die Kosten für ein Gründach belaufen sich im Schnitt auf rund 50 Euro pro Quadratmeter.
Photovoltaik
Zur Deckung des Strombedarfes bietet sich eine Photovoltaikanlage (PV Anlage), wenn möglich mit West-Ost Ausrichtung, an. Besonders in Kombination mit einer strombetriebenen Wärmepumpe lässt sich der Eigenverbrauchsanteil erhöhen. Durch einen Batteriespeicher kann der tagsüber erzeugte Strom für den Eigenverbrauch am Abend gespeichert werden. So lässt sich der Eigenverbrauch weiter erhöhen.
Wer schon ein Elektroauto besitzt oder später plant ein Elektro-Auto anzuschaffen, für denjenigen bietet es sich an, dieses zusätzlich noch sehr günstig mit dem eigenen PV Strom zu laden. Dadurch kann der Eigenverbrauchsanteil noch weiter erhöht werden. Dieser zusätzliche Verbrauch sollte dann allerdings bei der Anlagendimensionierung bereits berücksichtigt werden. Des Weiteren lohnt sich in diesem Zusammenhang die Installation eines Starkstromanschlusses in der eigenen Garage oder Carport. Dadurch kann dort zu einem späteren Zeitpunkt problemlos eine PKW-Ladestation (Wallbox) nachgerüstet werden.
Für die PV Anlage an sich gibt es keine staatliche Förderung. Allerdings gibt es eine auf 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung von aktuell rund sieben Cent je Kilowattstunde. Außerdem sind durch einen hohen Eigenverbrauch große Einsparungen bei den eigenen Stromkosten möglich. Vor allem dadurch lohnt sich eine PV Anlage. Denn hier sparen Sie für jede nicht aus dem Netz bezogene Kilowattstunde im Schnitt mindestens 30 Cent ein, also mehr als dreimal so viel wie Sie für die Netzeinspeisung erhalten. Die Amortisationszeit einer PV Anlage beträgt je nach Ausführung zwischen sieben und 15 Jahren. Mit Blick auf die für 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung und tendenziell steigenden Strompreisen lohnt sich bei geeigneten Dachflächen die Errichtung von PV Anlagen nahezu immer.
Zisterne
Um kostenlos benötigtes Brauchwasser zu erhalten lohnt sich der Bau einer Zisterne. Hierdurch können Sie erhebliche Wasserkosten sparen, indem aufgefangenes Wasser zum Beispiel für die Toilettenspülungen und die Gartenbewässerung genutzt wird. Die Kosten für Zisternen variieren je nach Größe und Ausführung enorm, so dass hier keine zuverlässigen Werte genannt werden können.
Durch die Nutzung einer Zisterne können die Gebühren für die Niederschlagswasserbeseitigung reduziert werden. Nähere Informationen dazu finden Sie in der Endgeldsatzung des AWB §23.
Fazit
Erklärtes Ziel von grundsanierten Gebäuden sollte ein CO2-armer, am besten CO2-neutraler Betrieb sein. Dies kann durch relativ wenige Maßnahmen schon heute problemlos und auch wirtschaftlich umgesetzt werden. Kernelemente sind hierbei die Gebäudedämmung, Raumheizung, Warmwasserbereitstellung und Stromerzeugung.
Wenn Sie die vorgeschlagenen Maßnahmen beim Bau oder der Sanierung berücksichtigen, dann sind stetig steigende Energiekosten (zum Beispiel für Gas), bedingt durch eine kontinuierliche Steigerung der CO2-Steuer, für Sie kein Thema mehr.