Mit modernen fest installierten Klimageräten kann man auch sehr effizient heizen. Technische Grundlage ist, dass Klimaanlagen im Prinzip genauso funktionieren wie Wärmepumpen. Sie können auf der einen Seite, z.B. über das Innengerät dem Raum Wärme entziehen und diese nach draußen abführen - So wird der Wohnraum gekühlt. Sie können aber auch andersrum der Außenluft Wärme entziehen und diese im Wohnraum wieder abgeben und dadurch heizen.
Klimageräte und Wärmepumpen erzeugen also technisch gesehen keine Wärme oder Kälte, sondern transportieren sie nur. Diese Prozesse sind sehr effizient. Mit einer kWh Strom kann ein Split-Klimagerät zwischen vier und über fünf kWh Wärme in den Wohnraum „transportieren“. Die genaue Effizienz der eigenen Klimaanlage lässt sich anhand des „SCOP“ Wertes, welcher in den technischen Daten der Klimaanlage angegeben ist ablesen. Ein SCOP-Wert von beispielsweise 4,5 bedeutet, dass mit einer kWh Strom 4,5 kWh Wärme erzeugt werden.
Eine aktuelle Gegenüberstellung der Heizkosten pro kWh zeigt wie günstig das Heizen mit Klimasplitgeräten im Vergleich zu anderen Heizungsarten ist.
Eine kWh Gas kostet aktuell im Neuvertrag mindestens 12 Cent (Stand 24.09.2026). Ein Liter Heizöl, der einen Energiegehalt von ca. 10 kWh aufweist, kostet aktuell mindestens 1,75 €. Entsprechend kostet die kWh Heizöl mindestens 17,5 Cent. Eine kWh Ökostrom kostet im Neuvertrag (Stand 24.09.2026, 12 Monate Preisfixierung) ab 30 Cent. Da jedoch pro kWh Strom 4-5 kWh Wärme „erzeugt“ werden können, muss der Wert für Strom entsprechend durch 4 bzw. 5 (je nach SCOP-Angabe) geteilt werden. So ergeben sich Heizkosten von z.B. 7,5 Cent bzw. 6 Cent pro kWh.
In der Praxis bedeutet, dass wenn die Klimageräte nun z.B.10.000 kWh Wärme erzeugen, dann werden dafür zwischen 2.000 und 2.500 kWh Strom benötigt. Die Kosten liegen dann bei 600-750€. Würde die gleiche Wärmemenge mit einer Gasheizung erzeugt lägen die Kosten bei 1.200€, bei einer Ölheizung aktuell bei 1.750€. Die Einsparungen können also bei über 50% liegen und teilweise mehr als 1.000€ betragen.
Auch der CO2-Ausstoß ist, wenn mit Klimasplitgeräten geheizt wird, nur ca. halb so hoch wie beim Heizen mit Öl oder Gas. Wird Ökostrom genutzt, dann verbessert sich die Klimabilanz noch deutlicher.
Zu berücksichtigen ist jedoch, dass wenn nun Teile der Wohnung oder des Hauses überwiegend mit Klimageräten beheizt werden, der Stromverbrauch steigt. Entsprechend sollte entweder der Abschlag erhöht werden, oder Geld für Nachzahlungen zurückgelegt werden. Im Gegenzug sinken die Kosten für Gas oder Heizöl deutlich stärker.
Noch günstiger wird das Heizen mit Klimasplitgeräten, wenn diese mit eigenem PV-Strom betrieben werden. Gerade in der Übergangszeit (September, Oktober und März, April) ist das gut möglich.
Mobile Klimageräte sind technisch meistens nicht in der Lage zu heizen. Wenn doch, dann ist die Effizienz der Geräte sehr gering. Dies führt zu hohen Kosten und sollte daher nicht praktiziert werden.
Für weitere Informationen oder Fragen zum Thema steht der städtische Klimaschutzmanager zur Verfügung
Helge Lippert
Stadtverwaltung Mayen
Klimaschutzmanager
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