Wer jetzt zur Burg hoch schaut, sieht vor allem das Baugerüst, das sich einmal um das Denkmal schlängelt. Die Genovevaburg wird generalsaniert: Das Dach wird erneuert, das Innere komplett entkernt und eine neue Elektronik eingebaut. Das war auch dringend nötig, denn die bisherige Einrichtung und die Statik waren veraltet. Durch diese Sanierung soll das historische Bauwerk, das im 13. Jahrhundert erbaut wurde, auch für kommende Generationen zugänglich bleiben und gleichzeitig modern nutzbar sein. Sodass auch die Bedingungen geschaffen sind, dass die Burgfestspiele zukünftig weiter Theater in hoher Qualität anbieten können.
Vorerst verlieren die Burgfestspiele allerdings ihre zentrale Bühne. Deshalb ist das Motto der diesjährigen Spielzeit auch „Heimat! Los!“. Ein Aufruf dazu, diese Situation als Kraftimpuls zu nehmen, um etwas auszuprobieren und Mayen als Heimatort innovativ zu gestalten. Die Burgfestspiele ziehen dafür näher ins Stadtzentrum an die Herz-Jesu-Kirche. Aktuell wird die Bühne aufgebaut und ab dem 16.04. die Tribüne mit etwas mehr Plätzen als in der Burg. Die neue Bühne grenzt direkt an die Kirchentore, die in jedem Stück den Hintergrund der Kulisse bilden. Der gesamte Backstagebereich befindet sich im Lukashaus. Die neue Spielstätte zeigt, wie Allianzen in der Stadt entstehen und verschiedene Akteure in Mayen zusammenarbeiten können. Schließlich wird der Kirchenbetrieb parallel zu den Festspielen weiterlaufen.
Für das Publikum der Burgfestspiele bedeutet die neue Spielstätte, dass die Vorstellungen auf der Hauptbühne eine halbe Stunde früher starten als bisher, um späte Lärmbelästigung zu vermeiden. Der Einlass an der Herz-Jesu-Kirche wird 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn starten und der Ticketverkauf eine Stunde zuvor. Die Barrierefreiheit ist an der Herz-Jesu-Kriche gegeben. Der Eingangsbereich, das Kassenhaus, Catering und die Freunde der Burgfestspiele befinden sich auf dem Vorplatz der Herz-Jesu-Kirche neben der Bühne Richtung Boemundring. Für die gewohnte Pausenatmosphäre sorgt auch am neuen Standort das Café Dajöh, das die Besucher*innen weiterhin mit Snacks und Getränken versorgt. Außerdem werden für die Besucher*innen neue Toilettenanlagen zur Verfügung gestellt.
Neben der Logistik prägt die Devise „Heimat! Los!“ natürlich auch das Programm 2026. Auf der Hauptbühne an der Herz-Jesu-Kirche ist das Familienstück „Die Bremer Stadtmusikanten“ zu sehen, Shakespeares Liebeskomödie „Was ihr wollt“ sowie die moderne Variante der „Zauberflöte“ von Lukas Schrenk und Nils Strunk, basierend auf Mozarts Oper. Die Figuren dieser Stücke suchen alle für sich ein Stück Heimat, sei es in den Herzen anderer, in neuen Lebensumständen oder einer neuen Umgebung. Das Alte Arresthaus bleibt weiterhin Spielstätte und sorgt mit dem Bestseller „Achtsam morden“ von Karsten Dusse und der Wiederaufnahme von „Transit Werther“ für intensive Unterhaltung, während die BürgerTheater-Produktion „Sterngarten“ zeigt, wie lebendig und nah Theater aus der Stadt heraus entstehen kann.
Und wer sich wundert, warum die Glocken der Herz-Jesu-Kirche, die sonst alle 15 Minuten läuten, manchmal nicht hörbar sind: Dann passiert gerade Theater. Denn die Glocken werden manuell für jede Probe und Vorstellung ab- und danach wieder angestellt.
Karten gibt es online unter www.burgfestspiele-mayen.de, per Mail an tickets@touristikcenter-mayen.de, per Telefon unter der 02651 494942 und bei der Vorverkaufsstelle der Burgfestspiele Mayen bei Reisebüro Bell, Rosengasse 5 in Mayen.
