Museumsvorträge


Im Foyer des Eifelmuseums - 20 Uhr - Eintritt frei


Die Vorträge des GAV waren früher als sogenannte »Mitgliederversammlungen« eine reine Vereinssache. Heute richtet sich die Vortragsreihe als offenes Angebot allgemein an ein landeskundlich interessiertes Publikum.

Seit 1990 werden die Vorträge im Eifelmuseum  veranstaltet. Meistens stehen sechs Themen pro Jahr auf dem Programm.


Museumsvorträge 2017

16 März 2017
Ein Keltendorf an der Nette -
Mayen vor über 2.000 Jahren

Keltische Frauen bei der HausarbeitVortrag von Dr. Bernd C. Oesterwind, Eifelmuseum Mayen
Die Wurzeln von Mayen lassen sich anhand von zahlreichen Funden bis in die Römerzeit zurückverfolgen. Aber die Geschichte der Besiedlung des heutigen Mayener Stadtgebietes beginnt schon vor der Ankunft der Römer im 1. Jahrhundert vor Christus. Dies bezeugen Funde aus einer Siedlung an der Koblenzer Straße und zahlreiche Bestattungen der spätkeltischen Zeit am Mayener Amtsgericht. Wer waren die Bewohner dieser Siedlung, die bereits einen intensiven Handel mit Basaltlavamühlsteinen betrieben? Im Spannungsfeld zwischen dem keltischen und dem germanischen Siedlungsraum ist die Frage nach der Identität der Siedler zu stellen. Die archäologische Forschung erlaubt es heute, ein Bild vom Siedlungswesen, von der Gesellschaftsstruktur und der Alltagskultur zu entwerfen.


6. April 2017 
Baseball, Pancake und Prohibition am Rhein -
Die Amerikanische Besatzung 1918–1923

Stadt MayenVortrag von Dr. Kai-Michael Sprenger

In unserer Erinnerungskultur ist heutzutage kaum präsent, dass auch nach dem Ende des Ersten Weltkrieges weite Gebiete von Trier bis Koblenz bis 1923 eine eigene amerikanische Besatzungszone bildeten. Dabei markierten diese vier Jahre Besatzungszeit eine durchaus prägende Zeitspanne. Sie waren nicht nur politisch und wirtschaftlich bedeutsam, sondern hinterließen sowohl sozialhistorische als auch kultur- und mentalitätshistorische Spuren in Rheinland-Pfalz. Mit den Doughboys, den Teigjungs, wie die amerikanischen Soldaten umgangssprachlich auch genannt wurden, kamen Jazz, Baseball, Boxkämpfe, Kaugummi, Hamburger, Pancakes und Horseshows und auch Coca Cola an den Rhein.
27. April 2017
Mayener Großtöpfereien -
Industriegeschichte der Völkerwanderungszeit

OfenbrandVortrag von Dr. Michael Herdick, RGZM / LEA
Die Vorstellung von der Völkerwanderungszeit als einer Zeit des allgemeinen Verfalls, der Migrantenströme, kriegerischer Auseinandersetzungen und wirtschaftlichen Niedergangs ist bis heute weit verbreitet. Im Zuge gesellschaftlicher Debatten über die aktuellen Flüchtlingskrisen wird auch mit diesem Geschichtsklischee wieder operiert. Der Vortrag richtet den Blick auf die Industrielandschaft Osteifel in der Spätantike und zeigt am Beispiel der Mayener Großtöpfereien wie mit Hilfe der Experimentellen Archäologie technologische Grundlagen wirtschaftlicher Entwicklungen in Krisenzeiten erforscht werden können.


23. November 2017 
Die Stadtbefestigung von Mayen

Stadt MayenVortrag von Hans Schüller, GAV Mayen
Eine mittelalterliche Stadt kennzeichnete nichts mehr, als die sie umgebende Mauer. Sie schied den Freien vom Unfreien, den Bürger vom Landmann. Sie wurde zum Symbol der Stadt schlechthin. Die bald nach der Verleihung des Stadtrechts 1291 durch die Trierer Erzbischöfe begonnene Befestigung von Mayen hat eine ihr gebührende bauhistorische Betrachtung noch nicht erfahren. Der Vortrag will hier ein wenig abhelfen. Er schildert die Anfänge des Mauerbaus unter der Regie des Trierer Stadtherrn und die Übernahme dieser Bauaufgabe durch die bürgerliche Stadtgemeinde. Unveröffentlichte Befunde aus Archäologie und Bauforschung werden dabei erstmals vorgestellt.


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